Auf Augenhöhe im sozialen Netwerk: Landespolitiker bei Facebook (Updated)

Heutzutage werden Wahlen auch im Internet entschieden. So zumindest die vielzitierte Meinung einer wachsenden Gruppe politisch interessierter digital natives. Grund genug für die wahlweise-Redaktion mal einen genaueren Blick auf die Facebook-Seiten der jeweiligen Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern zu werfen.

Wie eigentlich zu erwarten schneidet in einem Facebook-Beliebtheits-Ranking der Politiker Ministerpräsident Erwin Sellering mit 747 sogenannten „likes“ am besten ab. Schade eigentlich nur, dass sein Profil nicht sonderlich persönlich wirkt. So scheint seiner Partei und seinen dortigen Genossen – traut man seinen Facebook-Angaben – sein alleiniges Interesse zu gelten.

Anders bei Grünen-Kandidatin Silke Gajek, die mit 547 Freunden dem Ministerpräsidenten auf dem zweiten Platz folgt. Ohne weiteres Zutun erfahren wir, dass sie Soziologie (mit dem Schwerpunkt Feminismus) in Hamburg studiert hat, verheiratet ist, anscheinend Sven Regener mag und gerne Tatort guckt. Abgerundet wird ihr Profil durch den obligatorischen „Lubmin niX da“-Button.

CDU-Spitzenkandidat Lorenz Caffier wurde bereits 369 Mal „geliked“. Auch wird das Profil anscheinend regelmäßig betreut, um einen Eindruck von der Arbeit des Landespolitikers zu erhalten. Das Augenmerk liegt allein auf der politischen Tätigkeit von Herrn Caffier.

FDP-Politiker Gino Leonhard bringt es immerhin auf 238 Freunde und steht offen zu seiner Vorliebe für die Mecklenburger Seenplatte, Hiddensee sowie seiner Unterstützung für die Seite „Kein Facebook für Nazis – NPD-Seite löschen“.

Ebenfalls betreut, wenngleich nicht allzu stark frequentiert, ist auch die Seite von Helmut Holter, der bei den Linken Landeslistenplatz 1 besetzt.

Ganz mau sieht es dahingegen bei Lorenz Caffier, Spitzenkandidat der CDU und aktueller Innenminister Mecklenburg-Vorpommerns, aus: Nur 70 Personen klickten auf „Gefällt mir!“ und dazu gibt es nur die reinen Wikipedia-Informationen. Schade eigentlich.

Auch die wahlweise gibt es jetzt übrigens bei Facebook. Mit frischen 4 likes sind wir jedoch im Moment leider noch ganz weit in der Beliebtheit abgeschlagen… Aber das kann sich ja bekanntlich schnell ändern.

Landtagswahlkandidaten im Internet

Anmerkung der Verfasserin des Artikels zum Update:

Bei der ursprünglichen Recherche zum Thema ist mir als Verfasserin des Artikels ein Fehler unterlaufen. Mir wurde (aus mir unerfindlichen Gründen) nur die normale Seite von Lorenz Caffier angezeigt, nicht jedoch, das von seinem Büro vorbildich geführte Profil. Dadurch wurde dies in der ursprünglichen Erhebung nicht erfasst. Ich möchte ausdrücklich betonen, dass hierbei keinerlei parteipolitische Präferenzen eine Rolle gespielt haben. Dafür, dass es jedoch zu diesem unangenehmen Fehler kommen konnte, entschuldige ich mich und ich bedanke mich für den Hinweis, der diesen Umstand aufklären konnte. Die Daten wurden inzwischen korrigiert.

3 Kommentare bei „Auf Augenhöhe im sozialen Netwerk: Landespolitiker bei Facebook (Updated)“

  1. Hey Leute,

    ich weiß, ihr habt euch auf „Spitzen“-Kandidaten konzentriert. Aber guckt euch mal diese Landespolitikerin an:

    http://de-de.facebook.com/ManuelaSchwesig

    Hat mehr Fans als alle oben genannten zusammen.

  2. Jürgen Fuchs sagt: Antworten

    Peinlich, wenn ausgerechnet der Jugendmedienverband so schlecht recherchiert. Es hätte doch auffallen müssen, dass es bei Facebook immer eine Seite die Facebook selbst mit der Verlinkung zu wikipedia erstellt hat gibt und eine weitere, die der Politiker erstellt hat. Die Facebook-Seite von Erwin Sellering http://www.facebook.com/pages/Erwin-Sellering/103111439728980 kennt deshalb auch nur 17 „Gefällt mir“. Lorenz Caffier hat auf seiner hier nicht erwähnten eigene Seite http://www.facebook.com/cdu.fraktion.mv#!/lorenz.caffier immerhin 369 „Gefällt mir“ Klicks.

  3. Lieber Jürgen Fuchs,

    vielen Dank für Ihre Anmerkung. Inzwischen haben wir den Fehler berichtigt. Wie von der Autorin beschrieben, war die an dieser Stelle zuerst zitierte Seite das erste Suchergebnis (ist übrigens auch das erste Google-Suchergebnis). Dabei handelt es sich um einen Fehler unsererseits, der bedauerlich ist und für den wir auch uns auch aufrichtig entschuldigen möchten. Es war keine böse Absicht.

    Laut meinem Wissen ist es übrigens möglich, dass solche Seiten übernommen werden können. Dazu gibt es in der linken Sidebar den Button „Seite erstellen“.
    Und es ist ja auch erstaunlich, dass immerhin 73 Facebook-Nutzer dies für eine scheinar offizielle Seite halten.

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